Viele Österreicher glauben, dass sie ein Mountainbike fahren müssen, weil ja ihr Land voller Mountains ist und dann strampeln sie mit Megahelmen und Mini-Rucksäcken und martialisch gefärbten Strampelsuits um den Neusiedlersee oder an der Donau entlang.
Außerdem verstehen Viele unter Breitensport, dass sie am besten alle nebeneinander auf der Strecke unterwegs sind und nur ungern bei Gegenverkehr ausweichen. Studiert man ein wenig Gesichtsausdrücke, spürt man, dass hier auf keinen Fall der Eindruck entstehen soll, dass es sich beim Beiken um ein Vergnügen handelt.
Es handelt sich dabei eher um ältere Semester, während die Jüngeren, hauptsächlich Herren, mittlerweile massenhaft dem Kampfsport unter den Bikern, sich dem Rennrad verschrieben haben und das meine ich durchaus im Sinne eines Pakts mit dem Teufel. Sie strampeln mit Tunnelblick durch alle Arten von Landschaften und schaffen es, diese nur als Hintergrundbild zu ihren Instrumenten wahrzunehmen. Hier geht es nur nur noch um ständige Optimierung von Zahlen, mit denen man in der Szene halbwegs ernst genommen wird. Der Gesichtsausdruck ist hier der Mission entsprechend kaum noch zu beschreiben. Emotionen sind nicht sichtbar, eher etwas zwischen Nirwana und Hirnstillstand. Beim gnadenlosen Überholen suchen sie die Berührung, wollen mit ihrer Präsenz vermitteln, dass sie von einem anderen Stern kommen, wollen bedingungslosen Schrecken und Unterwerfung. In Rudeln werden sie zur Naturgewalt, können sogar Straßenverkehr lahmlegen. Oft sind ihre Trikots gepflastert mit Marken, die nur der Auserwählte kennt. Sie kaufen direkt in der Hölle ein.
Meidet Begegnungen, weicht großräumig aus oder setzt euch in eure Autos und verriegelt sie sorgfältig von innen.




