Montag, 25. Mai 2026

Das Läuten

Nachdem es nicht gelungen war, mithilfe intensiver Rasenhygiene und Dorfreinlichkeit dem ausgelaugten Kärntner Gewissen Erleichterung zu verschaffen, musste man die Kirche um Hilfe bitten. 

Man erfand das Ritual des Dauerläutens an Sonn- und Feiertagen. Den Höhepunkt erreicht man an Pfingsten, an denen die Glocken Gefahr laufen, zu bersten. Ich schleudere diesem Terror "Läute die Glocken" von Stella Sommer entgegen, dann noch "Auch das hier wird vorübergehen", "Teufelsberg", "Schwarze Magie".  Die Box presse ich gegen meine erhitzte Schläfe und fühlte Linderung.

Die Ursache des schlechten Gewissens, das die Kärntner so quält, konnte ich bisher noch nicht heraus finden. Irgendetwas mit Gier und Neid vielleicht? Blasmusikvergiftung? späte hartnäckige Haideritis?

Das ganz könnte auch lediglich eine Spinneritis meinerseits sein, ausgelöst durch das infraschalllastige Summen von Mährobotern, dröhnenden Trimmern. Egal, morgen verlassen wir Villach. Uns hat es total gut gefallen, zumindest der wildere Teil, der überlebt hat. So schöne Drau und Gail, die Ciclovia, die Dachterasse unseres Palais 26, dem es möglicherweise nicht so gut geht. Gier, Größenwahn? Genug jetzt!

Empfehlen möchte ich außerdem den Flohmarkt und das Café Rainer hinter der Kirche und den Markt mit seiner Markthalle und einer großen Vitrine mit allen möglichen Pilzen. Etliche sehr nette und exzellente Wirte, -innen. Wir kommen sicher wieder,  liebe Kärntner. (außer die finden diesen Eintrag).









Samstag, 23. Mai 2026

Kärnten so sauber

Es ist alles so sauber hier, so adrett die Häuschen, der Rasen akkurat, es dröhnen die Trimmer.
die Autos gepflegt, wie auch die Menschen selbst. unheimlich, oder haben sie so schlechte Erfahrungen mit der wilden Natur, Angriffen von Unkräutern, Schlammlawinen, allgegenwärtigem Staub, schmutzigen Nachbarn?

heute am samstag ist markt in villach. ein junger mann aus klagenfurt importiert olivenöl aus griechenland und erklärt mir den unterschied von ernte im oktober und ernte im dezember. die frühe ernte ergibt einen strengeren geschmack, weniger ertrag, ist aber gehaltvoller und natürlich deutlich teurer. er liebt villach, weil da die leute viel freundlicher und entspannter sind als die klagenfurter. denen bekäme das nebelbecken nicht. für den markt in villach braucht es nur eine anmeldung am vortag. in klagenfurt muss man sich bewerben und wird nicht immer zugelassen. ich kaufe einen liter dezember im blechrohr und bedanke mich, sehr sympathisch. 


die verkostung von heidelbeerlikör und nussschnaps (auf nüchtern) beeinträchtigen mich nur mäßig, sodass ich mich noch über die proben am schokostand hermachen kann, eine manufaktur aus der stadt. wirklich ein feiner markt, ich könnte endlos weitermachen, da wäre noch die markthalle, aber ich muss zum frühstück ins hotel. Denn:

Ich genieß des Lebens Pracht
immer gerne ab halb acht


Überall aus allen Ritzen
hier die Kirchturmspitzen blitzen


Freitag, 15. Mai 2026

Muttertagsspruch

Wenn Einer eine Schraube locker hat,
ist oft die Mutter schuld.

(oder so ähnlich)

Mittwoch, 22. April 2026

Weisheit

"Es gibt (also) viele Wege zum Glücklichsein, die leichter sind. Zum Beispiel, indem man Unangenehmes wegschiebt, sich mehr anschaut, wie die Welt so ist. Das ist sicher gut für das Wohlbefinden, aber nicht für die Weisheit. Denn zur Weisheit gehört das Mitgefühl mit anderen Menschen, Lebewesen, mit der Natur- also eine generelle Sorge um etwas, das mehr ist als man selbst."

Judith Glück, Professorin an der Uni Klagenfurt, forscht seit vielen Jahren zum Thema Weisheit.


Samstag, 4. April 2026

Kurze Dystopie

Und dann, völlig überraschend noch vor dem Wald, starb die Demokratie.

übrigens bin ich keine KI!