Dienstag, 3. Februar 2026

Klaus Eckel im Kurier

"...Und wenn sie vor der Wahl stehen, wem Sie ihre Aufmerksamkeit schenken - dem amerikanischen Präsidenten oder Ihrer Darmflora, dann hoffe ich, Sie wissen, was für ihr Leben wichtiger ist."

Mittwoch, 21. Januar 2026

Gedicht

Am Anger


Zur Anger-Rast

kam angerast

ein banger Gast

unterm Arm nen langen Ast

den er in den Boden rammt

verdammt

er war war vom Amt



Dienstag, 20. Januar 2026

Joy Williams

amerikanische Autorin von Romanen und short stories.

SPIEGEL: "Also besser engagierte Literatur mit klaren Botschaften?"

Williams: "Die Botschaft ist der Tod der Kunst"

Williams: "Vielleich hatte Rilke doch recht mit seinem unbedingten Drang zur Innerlichkeit. Wobei das auch schrecklich nervt auf die Dauer"


Xaver von Cranach, SPIEGEL:
"Das Merkwürdige ist, dass man sich überhaupt nicht entmutigt fühlt, wenn man mit ihr gesprochen hat oder wenn man ihre Texte liest. Woran das liegt, das ist wahrscheinlich das größte Geheimnis ihrer Kunst"

Ich mag sie sehr
und muss an einen Film von Lars von Trier denken, "Melancholia". Kirsten Dunst spielt eine Frau, die in eine schwere Depression fällt, erschreckend überzeugend dargestellt. Als dann ein Planet die Erde in einer Kollision auslöschtist sie plötzlich die Starke, die in großer Gelassenheit, die "psychisch Gesunden" an der Hand nimmt und ihnen in den letzten Minuten beisteht.

Sonntag, 18. Januar 2026

Die verlässlichste Art ...

 ...mit Sicherheit in absehbarer Zeit unglücklich zu werden ist es, jedes Bedürfnis so schnell wie möglich zu befriedigen. Will sagen, in der "on-demand-welt" zu leben mit spotify, netflix und co. 

wenn ich auf jede musik jederzeit zugreifen kann, fehlt diese gesunde spanne zwischen einem wunsch, der suche nach einer band, einem titel, einem film, einem buch, der zeit, die dabei vergeht, im besten fall tage, warum nicht wochen. entsprechend dieser distanz wächst die freude, die befriedigung bei erfüllung des wunsches. 

noch verheerender die langzeitfolgen, wenn eine künstliche "intelligenz" antizipiert, was ich demnächst wünschen würde können.

Die Kapuzinergruft der Habsburger

 


Sie verfolgen mich, oder vielleicht verfolge ich sie.
Und nun bin ich an ihrem Ende angelangt, der Kaisergruft.
Ich lasse mich führen, wir sind eine Touristengruppe, ungefähr mehr als zehn an der Zahl, jung und alt.
Die erste Überraschung, wie sauber alles ist, es muffelt nicht, keine düsteren Ecken. In Reih und Glied liegen sie da in ihren beeindruckenden Sarkophagen.
Geplant war eine Trennung der Geschlechter, Männer und Frauen gegenüber, aber sowohl diese, wie auch andere Regeln wurden gebrochen. Auch Nicht-Habsburger und Protestanten wurden ausnahmsweise zugelassen. Die Kapuziner als Eigentümer mussten allen Entscheidungen zustimmen.

Kronprinz Rudolph mit seinem Suizid wurde eine Unzurechnungsfähigkeit zugesprochen und ein Plätzchen neben seinem Vater.
Unsere Guide hält in einer Umhängetasche Bildtafeln bereit, um die hier Bestatteten als Lebende zu zeigen. Darunter auch ein Foto von Maximilian, der kurze Zeit Kaiser von Mexiko war, dann aber hingerichtet wurde. Das Foto zeigt den Leichnam im Sarg nach der Überstellung. Durch unsachgemäßen Transport ist dessen Gesicht so entstellt, dass seine Mutter bei seiner Ansicht bestreitet, dass es sich um ihren Sohn handelt. Endlich ein bisschen Grusel.




Er gefiel mir besonders, Leopold I., genannt "Der Türkenpoldl". Er wollte nicht in die Schlacht gegen die Türken vor Wien ziehen, sondern wartete den Sieg seiner Truppen ab, um dann im Triumph durch die Stadt zu paradieren. Ein originell gekleideter Paradiesvogel.


Die Leichen sind in einem doppelten Verfahren bestattet. Ein schlichter Holzsarg, umgeben von einem prächtigen Sarkophag, meist aus Bronze. Diese zum Teil recht massiven und großen Gebilde wurden in Einzelteilen geliefert und erst in der Gruft zusammengesetzt. Sie sind verziert mit Symbolen der Macht, hauptsächlich Kronen, aber auch Visualisierungen geschichtlicher Ereignisse.


mehr Informationen auf:

Reformkaiser Joseph II. wollte den ganzen Prunk nicht und ließ den sog. Sparsarg entwerfen, der sich aber letzten Endes nicht durchsetzte. Spektakulär auch die 3-fach Bestattung der Habsburger, deren Herzen und Eingeweide an anderen Orten gelagert sind, Herzerl Gruft in der Lorettokapelle der Augustinerkirche, Eingeweide im Stephansdom.
Den mit Abstand beeindruckendsten Sarkophag erhielten Maria Theresia und ihr Gatte in einem eigenen Raum mit Kuppel. Obenauf die Büsten der beiden, im Tode einander zugewandt, ihre Hand auf dem Zepter der Macht. 


Es gab einen Aufzug hinunter in die Gruft. Bei einem Besuch der Kaiserin riss das Seil und sie musste eine Weile warten. Sie soll gesagt haben, dass die Gruft sie wohl nicht mehr hergeben will. Kurz darauf sei sie verstorben. Es ist übrigens jedem erlaubt, den Toten mit Beigaben eine persönliche Botschaft zu hinterlassen. Bei Elisabeth, Rudolph und Maximilian von Mexiko ist einiges zusammengekommen.



Kaiserin Elisabeth "Sisi"







Des weiteren lerne ich, dass der Capuccino sich von
den braunen Kutten der Kapuziner ableitet, und
die Teebutter nur entfernt mit dem Getränk
zu tun hat, sondern sich herleitet von der Teschener
Erzherzöglichen Einheitsbutter, denn Erzherzog Friedrich betrieb erfolgreich Molkereien und stellte u.a. Butter her. So unsere Guide. Es gibt allerdings auch durchaus die Deutung, dass es sich um Ausdruck einer hohen Qualitätsstufe der Süßrahmbutter handelte, weshalb diese zu Tee und feinem Gebäck gereicht wurde.
Kurios und tragisch die Geschichte von Maria Josepha von Bayern, 2.Gemahlin von Joseph II., der sie überhaupt nicht liebte. Sie sollte ihm männliche Nachkommen sichern, weshalb man ihr eine Behandlung zukommen ließ, die sie letztlich krank, als Alkoholikerin im Rollstuhl das Leben kostete. Sie sollte erst eine, dann zwei Flaschen Rotwein täglich trinken. Um das Fortbestehen der Dynastie zu sichern, waren alle Mittel recht.
So bleiben mir einige interessante Geschichten und eine physische Annäherung an die Habsburger, mit denen ich noch lange nicht fertig bin.


Donnerstag, 15. Januar 2026

Dienstag, 13. Januar 2026

Orchesterwitz

Alle Bläser, die noch keinen Ständer haben,
gehen hinauf und holen sich einen runter.
 

Hier ist es eindeutig der Empfänger, der die schmutzigen Gedanken entwickelt. Naja, wer weiß?

Montag, 12. Januar 2026

Barbara Kingsolver: Die Unbehausten (Roman)

"Einem Junggesellen konnte man die unkontrollierbaren Kalamitäten des Ehelebens nicht erklären. Vielleicht sollte man das auch gar nicht, schon um die Erhaltung der Art nicht zu gefährden."

Nicht nur wegen dieses Satzes mag ich das Buch.