aber eine unerträgliche Ehefrau."
Sonntag, 30. August 2026
Sonntag, 16. August 2026
Freude oder Spaß
"...Da hatten Sie Spaß, also verwahrloste Freude. Spaß braucht Publikum, Freude verträgt keines. Spaß muss immer lauter werden, um derselbe zu bleiben; Freude kann leiser werden und wächst sogar dabei. Spaß ist buchbar, und was buchbar ist, ist bereits vorbei. Die Freude aber muss man erwischen. Und damit meine ich nicht das, was ihr Daumen den ganzen Tag macht."
Aida Loos, Kurier
Freitag, 31. Juli 2026
Kubinhaus in Zwickledt
ich liebe kubin und plötzlich finde ich hinweise auf ihn, eine sammlung in einem haus an der straße. leider nicht geöffnet. ein kubin-saal in schärding. von außen kann ich bilder erkennen. leider alles dicht, nettes plakat, aber keinerlei hinweis auf zugangsmöglichkeiten. enttäuscht trete ich den rückweg nach passau an, auf dem radweg am inn entlang. und dann, fast hätte ich es übersehen ein hinweis schild "kubin haus zwickledt". das navi verspricht 15 minuten bei moderater steigung. keine frage, kurswechsel!
Nach gefühlt alles andere als moderater steigung komme ich an einem elendigen ortstaferl an: "zwickledt", 70 km/h erlaubt. da läuft wohl niemand über die straße. voll banger erwartung rolle ich ein wenig bergab und hinter einem wäldchen...tatsächlich. autos, leute (wenige). das kubin-haus. anette smolka erwartet uns zur führung.
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| die laube, unverändert |
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| arbeitszimmer |
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| schlafzimmer |
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| totenmaske gruselig war nicht er, aber seine zeit. teilweise zumindest. |
Freitag, 10. Juli 2026
Oh, my Bike
Viele Österreicher glauben, dass sie ein Mountainbike fahren müssen, weil ja ihr Land voller Mountains ist und dann strampeln sie mit Megahelmen und Mini-Rucksäcken und martialisch gefärbten Strampelsuits um den Neusiedlersee oder an der Donau entlang.
Außerdem verstehen Viele unter Breitensport, dass sie am besten alle nebeneinander auf der Strecke unterwegs sind und nur ungern bei Gegenverkehr ausweichen. Studiert man ein wenig Gesichtsausdrücke, spürt man, dass hier auf keinen Fall der Eindruck entstehen soll, dass es sich beim Beiken um ein Vergnügen handelt. Die Lenkeraufbauten mancher älterer Herren erinnern eher an den Arbeitsplatz von Kampfpiloten, manche hören laut ihr Lieblingsradio, andere zeichnen ihre Touren mit der Helmkamera auf. Die Trikots bewerben Biere und sind knallbunt und neo und aus okkulten Kunstfasern.
Die Jüngeren, hauptsächlich Herren, huldigen mittlerweile massenhaft dem Kampfsport unter den Bikern: dem Rennrad, in allen Farben, Formen und in sündteuren Materialien aus der Raumfahrt. Sie strampeln mit Tunnelblick durch alle Arten von Landschaften und schaffen es, diese nur als Hintergrundbild zu ihren Instrumenten wahrzunehmen. Hier geht es um ständige Optimierung, um in der Szene halbwegs ernst genommen zu werden. Der Gesichtsausdruck ist hier der Mission entsprechend kaum noch zu beschreiben. Emotionen sind nicht sichtbar, eher etwas zwischen Nirwana und Hirnstillstand. Und leider benutzen sie auch "zivile" Radrouten. Beim gnadenlosen Überholen suchen sie die Berührung, wollen mit ihrer Präsenz vermitteln, dass sie von einem anderen Stern kommen, wollen bedingungslosen Schrecken und Unterwerfung. Ihre Maschinen klingen wie die Jägerflotten des Imperators in Star Wars. In Rudeln werden sie zur Naturgewalt, können sogar Straßenverkehr lahmlegen. und dann passiert etwas unerwartetes: Über dem rasenden Feld liegt ein andauerndes erregtes Geschnatter, keine Ahnung, was die verhandeln, eher naturwissenschaftliche oder philosophische Inhalte, oder über das Karbonzeitalter im Allgemeinen. Ihre Trikots sind gepflastert mit Marken, die nur der Auserwählte kennt. Sie kaufen direkt in der Hölle ein, aber sie riechen nach Himmel, nach allen Waschmitteldüften dieser Welt. Kein Schweiß, Testosteron riecht man nicht, sieht nur die Folgen. Es malt ihnen ein ständiges Grinsen ins Gesicht, das erst vergeht, wenn sie zu hause mit ihrer Familie zusammenkommen.
Was die Motorradfahrer für den Autoverkehr sind, sind die Kampfradler für die gemütlichen Wanderbiker, die radelnden Familien mit Kind und Hund: purer Stress. Also meidet Begegnungen, weicht großräumig aus oder setzt euch in eure Autos und verriegelt sie sorgfältig von innen.
Mittwoch, 8. Juli 2026
Das Wetter - Die Täter
Nie sagt wer "Menschenhitze".
Dienstag, 16. Juni 2026
Klaus Eckel und der Kundenservice (Kurier)
"Willkommen beim Kundenservice. Ich bin Lina. Wie kann ich Ihnen helfen?" -
"Ich möchte meinen Flug verschieben."
Lina: "Ich habe Folgendes verstanden: Sie wurden von einem Pflug vertrieben."
Donnerstag, 28. Mai 2026
über KI Kümmerliche Intelligenz und Orwell und das Tagebuch
"Wer die KI verweigert, verliert den Anschluss. Doch wer sie ausschließlich nutzt, verliert die Kontrolle."
Kurier
"Der menschliche Erfindungsgeist wird sicher bald Maschinen hervorbringen, die selbständig Bücher schreiben." (G.Orwell)
"..., die Erfindung des Geschirrspülers jedoch überstieg sein Vorstellungsvermögen: Um der Menschheit die "unkreative, lebensverschwendende Tätigkeit des Abwaschens zu ersparen, träumte er von einem Lieferdienst, der das schmutzige Geschirr abholt und sauberes zustellt ."
"In einer Kolumne empfiehlt er, Tagebuch zu führen und darin seine Meinungen festzuhalten. "Sonst erinnert man sich, wenn wieder mal ein besonders absurder Irrglaube platzt, vielleicht gar nicht mehr daran, dass man den Unsinn selbst auch geglaubt hat" "
Kurier
Montag, 25. Mai 2026
Das Läuten
Nachdem es nicht gelungen war, mithilfe intensiver Rasenhygiene und Dorfreinlichkeit dem ausgelaugten Kärntner Gewissen Erleichterung zu verschaffen, musste man die Kirche um Hilfe bitten.
Man erfand das Ritual des Dauerläutens an Sonn- und Feiertagen. Den Höhepunkt erreicht man an Pfingsten, an denen die Glocken Gefahr laufen, zu bersten. Ich schleudere diesem Terror "Läute die Glocken" von Stella Sommer entgegen, dann noch "Auch das hier wird vorübergehen", "Teufelsberg", "Schwarze Magie". Die Box presse ich gegen meine erhitzte Schläfe und fühlte Linderung.
Die Ursache des schlechten Gewissens, das die Kärntner so quält, konnte ich bisher noch nicht heraus finden. Irgendetwas mit Gier und Neid vielleicht? Blasmusikvergiftung? späte hartnäckige Haideritis?
Das ganz könnte auch lediglich eine Spinneritis meinerseits sein, ausgelöst durch das infraschalllastige Summen von Mährobotern, dröhnenden Trimmern. Egal, morgen verlassen wir Villach. Uns hat es total gut gefallen, zumindest der wildere Teil, der überlebt hat. So schöne Drau und Gail, die Ciclovia, die Dachterasse unseres Palais 26, dem es möglicherweise nicht so gut geht. Gier, Größenwahn? Genug jetzt!
Empfehlen möchte ich außerdem den Flohmarkt und das Café Rainer hinter der Kirche und den Markt mit seiner Markthalle und einer großen Vitrine mit allen möglichen Pilzen. Etliche sehr nette und exzellente Wirte, -innen. Wir kommen sicher wieder, liebe Kärntner. (außer die finden diesen Eintrag).
Sonntag, 24. Mai 2026
Samstag, 23. Mai 2026
Kärnten so sauber
die Autos gepflegt, wie auch die Menschen selbst. unheimlich, oder haben sie so schlechte Erfahrungen mit der wilden Natur, Angriffen von Unkräutern, Schlammlawinen, allgegenwärtigem Staub, schmutzigen Nachbarn?
heute am samstag ist markt in villach. ein junger mann aus klagenfurt importiert olivenöl aus griechenland und erklärt mir den unterschied von ernte im oktober und ernte im dezember. die frühe ernte ergibt einen strengeren geschmack, weniger ertrag, ist aber gehaltvoller und natürlich deutlich teurer. er liebt villach, weil da die leute viel freundlicher und entspannter sind als die klagenfurter. denen bekäme das nebelbecken nicht. für den markt in villach braucht es nur eine anmeldung am vortag. in klagenfurt muss man sich bewerben und wird nicht immer zugelassen. ich kaufe einen liter dezember im blechrohr und bedanke mich, sehr sympathisch.
die verkostung von heidelbeerlikör und nussschnaps (auf nüchtern) beeinträchtigen mich nur mäßig, sodass ich mich noch über die proben am schokostand hermachen kann, eine manufaktur aus der stadt. wirklich ein feiner markt, ich könnte endlos weitermachen, da wäre noch die markthalle, aber ich muss zum frühstück ins hotel. Denn:
Freitag, 15. Mai 2026
Dienstag, 5. Mai 2026
Mittwoch, 22. April 2026
Weisheit
"Es gibt (also) viele Wege zum Glücklichsein, die leichter sind. Zum Beispiel, indem man Unangenehmes wegschiebt, sich mehr anschaut, wie die Welt so ist. Das ist sicher gut für das Wohlbefinden, aber nicht für die Weisheit. Denn zur Weisheit gehört das Mitgefühl mit anderen Menschen, Lebewesen, mit der Natur- also eine generelle Sorge um etwas, das mehr ist als man selbst."
Judith Glück, Professorin an der Uni Klagenfurt, forscht seit vielen Jahren zum Thema Weisheit.
Samstag, 4. April 2026
Kurze Dystopie
Und dann, völlig überraschend noch vor dem Wald, starb die Demokratie.
übrigens bin ich keine KI!
Montag, 23. März 2026
Weston, oder "wie tickt Wasser?"
Kinder sind wie Wasser
die fließen, strömen, rauschen, plätschern dahin
Wie Wasser kann man sie ein bisschen lenken, hier und da ein bisschen stauen, begradigen, rückbauen
Schwierig ist es mit umkehren, rückwärts oder bergauf fließen
das geht nicht oder kostet mindestens enorme energie und am ende ist einiges kaputt
und nicht wieder gutzumachen
am besten erst einmal laufenlassen und zuschauen
Sonntag, 15. März 2026
Donnerstag, 5. März 2026
Ersetzt alle Ratgeber (Let them)
"Das wichtigste dabei eben: Alles bleiben lassen, was man nicht ändern kann. Sich darauf konzentrieren, was man wirklich will - und für den Rerst: "Lass es doch."
Let them Theorie von Mel Robbins
Montag, 23. Februar 2026
Aida Loos im Kurier zur Handysucht
"Bei LSD sieht man Gott, bei Tiktok sieht man einen Hund auf einem Skateboard"
"Der letzte Mensch ohne Handysucht lebt in einem Kloster in Tibet und ist nur über WhatsApp erreichbar."
"Sie verwechseln Erreichbarkeit mit Bedeutung"
Donnerstag, 12. Februar 2026
Tom Wolfe über Kolumnisten
"Man sieht den armen Kerlen förmlich an, wie sie nach Luft schnappen und taumeln"
"Sie verdursten. Ihnen fehlt der Stoff. ... Immer, wenn man einen Kolumnisten sieht, der verzweifelt versucht, Material aus seinem Zuhause, aus Artikeln, Büchern oder dem Fernsehen zu schöpfen, hat man es mit einer hungernden Seele zu tun..."
Mittwoch, 11. Februar 2026
Mein Freund, der Baum, oder neulich an der Leitha
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| unübersehbare Spuren eines gewaltigen Wesens |
Auf Anfrage:
...
"Ja, leider ist so vorgeschrieben. War auch schon sehr gefährlich."
Der zuständige Gemeindevertreter
Da kommt der Biber nicht mit. Immerhin wird er jetzt besser belichtet. Der Biber?
aus "Wenn etwas Schönes stirbt" von "Die Heiterkeit"
Aida Loos im Kurier
"Sie wollen aber informiert bleiben? Das ist Selbstverletzung. Das ist Ritzen mit Roaming. Denn normalerweise meidet man intuitiv die Dinge, vor denen man sich fürchtet. Aber Sie? Sie stehen Schlange im All-you-can-fear-Buffet. Täglich. Mit einem großen Teller, den Sie sich vollschaufeln mit Krisen, die sie nicht verdauen können. Und dann wundern Sie sich über die seelische Adipositas"
mehr hätte man in diesem Blatt nicht lesen müssen.
Dienstag, 3. Februar 2026
Klaus Eckel im Kurier
"...Und wenn sie vor der Wahl stehen, wem Sie ihre Aufmerksamkeit schenken - dem amerikanischen Präsidenten oder Ihrer Darmflora, dann hoffe ich, Sie wissen, was für ihr Leben wichtiger ist."
Mittwoch, 21. Januar 2026
Gedicht
Am Anger
Zur Anger-Rast
kam angerast
ein banger Gast
unterm Arm nen langen Ast
den er in den Boden rammt
verdammt
er war war vom Amt
Dienstag, 20. Januar 2026
Joy Williams
amerikanische Autorin von Romanen und short stories.
SPIEGEL: "Also besser engagierte Literatur mit klaren Botschaften?"
Williams: "Die Botschaft ist der Tod der Kunst"
Williams: "Vielleich hatte Rilke doch recht mit seinem unbedingten Drang zur Innerlichkeit. Wobei das auch schrecklich nervt auf die Dauer"
"Das Merkwürdige ist, dass man sich überhaupt nicht entmutigt fühlt, wenn man mit ihr gesprochen hat oder wenn man ihre Texte liest. Woran das liegt, das ist wahrscheinlich das größte Geheimnis ihrer Kunst"
Sonntag, 18. Januar 2026
Die verlässlichste Art ...
...mit Sicherheit in absehbarer Zeit unglücklich zu werden ist es, jedes Bedürfnis so schnell wie möglich zu befriedigen. Will sagen, in der "on-demand-welt" zu leben mit spotify, netflix und co.
wenn ich auf jede musik jederzeit zugreifen kann, fehlt diese gesunde spanne zwischen einem wunsch, der suche nach einer band, einem titel, einem film, einem buch, der zeit, die dabei vergeht, im besten fall tage, warum nicht wochen. entsprechend dieser distanz wächst die freude, die befriedigung bei erfüllung des wunsches.
noch verheerender die langzeitfolgen, wenn eine künstliche "intelligenz" antizipiert, was ich demnächst wünschen würde können.
Die Kapuzinergruft der Habsburger
Die erste Überraschung, wie sauber alles ist, es muffelt nicht, keine düsteren Ecken. In Reih und Glied liegen sie da in ihren beeindruckenden Sarkophagen.![]() |
| Kaiserin Elisabeth "Sisi" |
Donnerstag, 15. Januar 2026
Dienstag, 13. Januar 2026
Orchesterwitz
gehen hinauf und holen sich einen runter.
Montag, 12. Januar 2026
Barbara Kingsolver: Die Unbehausten (Roman)
"Einem Junggesellen konnte man die unkontrollierbaren Kalamitäten des Ehelebens nicht erklären. Vielleicht sollte man das auch gar nicht, schon um die Erhaltung der Art nicht zu gefährden."
Nicht nur wegen dieses Satzes mag ich das Buch.
Dienstag, 6. Januar 2026
Der Birdlifestand am Angerried
Wintervögel zählen und Natur am Anger anschauen am 4. und 5. Januar
In unserem Hof überwintert ein Amselpaar. Es nascht die verbliebenen Trauben unserer Weinlaube, es ist gar nicht scheu und huscht uns immer wieder über den Weg, wenn wir den Hof betreten. Es brütet auch in der Laube und wird misstrauisch von einem Taubenpaar beobachtet. Wir versuchen möglichst unauffällig unserem Leben unter der Laube nachzugehen. Wenn dann die Flugversuche des Nachwuchses beginnen, sind wir sehr gespannt und gehen gelegentlich in Deckung.





















































