Nachdem es nicht gelungen war, mithilfe intensiver Rasenhygiene und Dorfreinlichkeit dem ausgelaugten Kärntner Gewissen Erleichterung zu verschaffen, musste man die Kirche um Hilfe bitten.
Man erfand das Ritual des Dauerläutens an Sonn- und Feiertagen. Den Höhepunkt erreicht man an Pfingsten, an denen die Glocken Gefahr laufen, zu bersten. Ich schleudere diesem Terror "Läute die Glocken" von Stella Sommer entgegen, dann noch "Auch das hier wird vorübergehen", "Teufelsberg", "Schwarze Magie". Die Box presse ich gegen meine erhitzte Schläfe und fühlte Linderung.
Die Ursache des schlechten Gewissens, das die Kärntner so quält, konnte ich bisher noch nicht heraus finden. Irgendetwas mit Gier und Neid vielleicht? Blasmusikvergiftung? späte hartnäckige Haideritis?
Das ganz könnte auch lediglich eine Spinneritis meinerseits sein, ausgelöst durch das infraschalllastige Summen von Mährobotern, dröhnenden Trimmern. Egal, morgen verlassen wir Villach. Uns hat es total gut gefallen, zumindest der wildere Teil, der überlebt hat. So schöne Drau und Gail, die Ciclovia, die Dachterasse unseres Palais 26, dem es möglicherweise nicht so gut geht. Gier, Größenwahn? Genug jetzt!
Empfehlen möchte ich außerdem den Flohmarkt und das Café Rainer hinter der Kirche und den Markt mit seiner Markthalle und einer großen Vitrine mit allen möglichen Pilzen. Etliche sehr nette und exzellente Wirte, -innen. Wir kommen sicher wieder, liebe Kärntner. (außer die finden diesen Eintrag).


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